Barrierefreiheit nicht nur wünschen

Barrierefreiheit ist nicht nur im öffentlichen Raum ein Thema – auch beim Wohnungsbau muss man daran denken. Foto: pixabay.com

In Susanne Bays Fachgebiet Bauen & Wohnen ist das barrierefreie Bauen eines der Themen, das den betreffenden Arbeitskreis im Landtag beschäftigt. Wie vielschichtig dieser besondere Blick auf gehandicapte Menschen ist, wurde beim Treffen der Grünen Landesarbeitsgemeinschaft Behindertenpolitik deutlich, bei dem Susanne als wohnungsbaupolitische Sprecherin der Grünen Landtagsfraktion auf der Redner*innenliste stand.
„Bezahlbarer barrierefreier Wohnungsbau – Wunschdenken oder machbar?“ war die Tagung überschrieben, zu der unter anderem Experten der Architektenkammer und des Mieterbundes im Land geladen waren.
Bei allen Diskussionen um das Baurecht steht für Susanne Bay das Recht auf Teilhabe und Selbstbestimmung im Zentrum. Dazu gehört unter anderem Barrierefreiheit.
„Einiges ist schon angestoßen“, verwies Bay bei der Tagung in Stuttgart auf Neuerungen in der letzten Legislatur: Bereits seit 2015 schreibt die Landesbauordnung vor, dass in Gebäuden mit mehr als zwei Wohnungen die Wohnungen in einem Geschoss barrierefrei erreichbar sein müssen. In diesen Wohnungen müssen wesentliche Lebensbereiche barrierefrei nutzbar und mit dem Rollstuhl zugänglich sein. „Erst dann ist Barrierefreiheit sinnvoll“, sagt Bay. Sowohl im Miet- als auch im Eigenheimbau gibt es dafür staatliche Förderung. „Hier darf es keine Rückschritte geben“ findet Bay.
Neben dem rein baulichen Aspekt hat das Thema Barrierefreiheit auch eine sozialpolitische Seite, mit der sich das Sozialministerium beschäftigt: Das Konzept Quartier 2020 betrachtet nicht nur städteplanerische Zusammenhänge, sondern auch das gesellschaftliche Zusammenleben in Wohnquartieren. Das umfasst demografische Aspekte ebenso wie inklusive Lebensführung.
„Hier gibt es noch viel zu tun, aber wir packen das Thema an vielen Ecken an“, sagt Susanne Bay, „dabei war der Input und die Diskussion in der LAG sehr interessant und hilfreich für meine Arbeit.“

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