Die Landtagsabgeordneten Susanne Bay und Brigitte Lösch (2.u. 3. v. l.) mit Lehrkräften Thomas Haley und Andrea Hermann-Wielsch sowie Schüler Jens Kuntze, Frontman am Cafémobil der Gustav-Werner-Schule. Foto: privat

Praxisnah zum Schulabschluss

Landtagsabgeordnete besuchen Produktionsschule

Schulen, in denen die Praxis Vorrang hat vor der Theorie – das sind die so genannten Produktionsschulen in Baden-Württemberg. Die Gustav-Werner-Schule in Heilbronn ist eine davon. Jetzt hat sich die  Heilbronner Landtagsabgeordnete Susanne Bay gemeinsam mit ihrer Kollegin Brigitte Lösch aus Stuttgart, Vorsitzende des Ausschusses für Kultus, Jugend und Sport, die Besonderheiten dieser Schulart vor Ort angeschaut. Schüler*innen haben hier die Möglichkeit, ihren Schulabschluss zu machen und gleichzeitig erste praxisnahe Erfahrungen in der Arbeitswelt zu sammeln. Die vier Praxisfelder – Holz, Metall, Hauswirtschaft und Bautechnik – nehmen entweder Aufträge vom Träger der Schule (Diakonischen Jugendhilfe Heilbronn) oder von Auftraggeber*innen direkt aus der Wirtschaft entgegen.

So geht die praktische Ausbildung Hand in Hand mit der Theorie. Alle Schüler*innen arbeiten in den Werkstätten mit. 15 ehemalige Förderschüler*innen machen auf diesem Weg an der Gustav-Werner-Schule in ein oder zwei Jahren ihren Hauptschulabschluss. 40 Schüler*innen besuchen die zweijährige Berufsfachschule mit dem Ziel Mittlere Reife und 25 Schüler*innen sowie 30 minderjährige Flüchtlinge werden in speziellen Klassen auf Arbeit und Beruf vorbereitet. Insbesondere die Geflüchteten lernen hier die Sprache und das Arbeitsleben in Deutschland kennen.
Die beiden Abgeordneten zeigten sich beeindruckt von dem Schul-Konzept: In der Holzwerkstatt entstehen Möbel und Holzfiguren, in der Metallwerkstatt Metalluhren. „Über die selbst gebackene Linzer Torte aus dem hauswirtschaftlichen Bereich wird sich sicher auch mein Wahlkreisbüro freuen“, so Susanne Bay, die die Backerzeugnisse aus der Schulküche schon vom sommerlichen Cafémobil an der Kilianskirche kennt.  Brigitte Lösch stimmt zu und ergänzt: „Die Produktionsschule ist eine gute Einrichtung um Jugendlichen ohne Schulabschluss, Straßenjugendlichen oder auch jungen Geflüchteten Bildungsangebote zu machen.“

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